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Kategorie: AllgemeinesCana-péKolumnenSzene

Volume 7 – Die Musik der Musik wegen oder warum mache ich das eigentlich?


gepostet von chris am 24. November 2011

Ihr lieben electrovaganten Leser! Vor wenigen Tagen kam euer geschätztes SzeneMag rund um die elektronische Musik auf mich zu und fragte mich, was für mich Musik bedeutet. Da solch eine Frage nahezu als Thema für meine Kolumne prädestiniert ist, zögerte ich nicht lange und bringe hier nun mal wieder meine Gedanken zu Papier.

Nun – zunächst hat ja mal ein berühmter Denker namens Victor Hugo gesagt: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Auch ich bin ganz und gar der Meinung, dass Musik etwas unbeschreibliches ist, was möglichst ohne Worte auskommen soll Dennoch kann ich für mich die Frage, was Musik für mich bedeutet, mit folgenden Worten beantworten: Freiheit, Spaß und eine Herzensangelegenheit.

Denn während die Musik meine große Leidenschaft ist und von meiner Seite schon immer viel Herzblut in diese „Sache“ geflossen ist, hat die Musik mir als eine Ausdrucksform schon immer viel Freiheit und Raum für Kreativität geboten. Dabei verrate ich wohl auch kein Geheimnis, wenn ich sage, dass Musik für mich auch Emotionen sind, die sehr gewaltiger, aber auch sehr unterschiedlicher Natur sein können.

In meinem Leben hat die Musik schon von Kindesbeinen an, ja sogar schon vor meiner Geburt eine große Rolle gespielt. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, dauerte es nicht lange, bis ich als Kind unsere alte Bäckerei zu einer fantasievollem Disco umfunktionierte. Zum Leidwesen unserer Nachbarn und Mieter entdeckte ich dann auch noch das Schlagzeug als mein allererstes Instrument und trommelte in unserem Keller lautstark drauf los. Wie in anderen Interviews schon zur Genüge beschrieben, ließ ich mich nach zahlreichen wilden Parties, bei denen ich schon zu Schulzeiten für die Musik verantwortlich war, irgendwann vom Milk!-Virus infizieren, ohne überhaupt im Milk! gewesen zu sein, woraufhin ich mir in den frühen Neunzigern per „Search & Destroy“ das Handwerk des Vinyl-DJs aneignete. Ursprünglichen Breakbeats folgten der straighte 4/4-Takt. Doch nicht nur, dass ich mich als DJ und später auch als Live-Act versuchte, nach eigenen Veranstaltungen hatte ich für ca. zwei Jahre einen Club. Tja, und auch heute betreibe ich neben dem DJing immer noch eigene Klangforschungen, die ich hin und wieder auf der Tanzfläche teste.

Doch warum mache ich das eigentlich und fühle mich der Musik als meine Berufung auf’s Engste verbunden? Gute Frage, die ich ehrlich gesagt, noch nicht einmal beantworten kann. Denn ich mache es weder für mich noch für das Geld, ohnehin ist ja der Applaus des Künstlers Brot, wobei natürlich ein paar Cents für die Wurst durchaus nicht schlecht sind… Zumal Musik laut Wikipedia lediglich „eine organisierte Form von Schallereignissen“ ist, zu deren Erzeugung „akustisches Material“ „vom Menschen geordnet“ wird.

Hmmm, sagen wir mal so, Musik ist mein ständiger Begleiter. Schon immer hatte ich Musik in meinen Ohren. Wenn ich früher unterwegs war, hatte ich immer einen Walkman dabei. Und wenn ich zu Hause bin und nicht selber Musik mache, dann läuft immer ein Chillout-Sender. Oft habe ich mich auch schon selbst dabei ertappt, dass ich beim Laufen Taktübungen mache, was noch aus meiner Zeit als Schlagzeuger kommt. Sprich ich kann einfach nicht ohne und mache Musik schlicht und ergreifend der Musik wegen. „L’art pour l’art“ wie man auch schon in Künstlerkreisen sagte.

Davon abgesehen hat, meine ich, der ehemalige Konzertveranstalter Fritz Rau einmal die Musik mit einem Arzneischrank, mit einem Heilmittel für die Seele verglichen. Ähnlich habe ich schon einmal in einem früheren Interview gesagt, dass ich mit meiner Musik zu Humanität und Menschlichkeit aufrufen und wie ein guter Freund sein möchte, den man ins Ohr steckt und mit dem man eine schöne Zeit verbringt.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Zeit!
Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal, Euer Cana-pé