Interview mit Daniel Schlender
gepostet von chris am 27. Oktober 2011
Lieber Daniel, schön dass Du Dir die Zeit nimmst um uns ein paar Fragen zu beantworten. Lass uns doch direkt mit einer kurzen Selbstvorstellung Deinerseits beginnen. Alter, Größe, Gewicht, Hobbys … Nein Spaß, Du darfst Dich aufs wesentliche konzentrieren, beispielsweise wie Du zur Musik gekommen bist?
Daniel Schlender: Anfang der 90er als die ganze elektronische Welle begann, war ich noch sehr jung und sofort von dieser “neuen” Art Musik völlig begeistert. Das hat mich gekickt und ich hab alles verschlungen was kam. 2 Jahre später hab ich dann mit Kassettendecks und meinem ersten CD Player Sachen geschnitten und versucht Mixe zu kreieren, die zwar sehr abprupt, aber innovativ waren :) ‘Da ich längere Übergänge und speziellere Mixe machen wollte ging ich neben der Schule arbeiten, um mir die ersten Technics kaufen zu können, da mein Vater entsetzt meinte, ich hab dir doch einen CD Player gekauft, wieso du denn jetzt bitteschön Plattenspieler haben?!! :) Heute versteht es. So begann ich jeden Tag aufzulegen, anfangs Hardcore, später Drum´n Bass, House und Trance, ich hab wirklich alle Styles durchgemacht und auch die jeweiligen Clubs dazu besucht. Die ganzen Genres haben sich entwickelt und ich habe viel dadurch lernen können. Dennoch war dann irgendwann die Zeit gekommen, in der ich mir erstmal ein Standbein aufbauen musste. Da ich damals nicht die Connections und das Wissen über die Branche hatte, konnte ich nicht alles auf eine Karte, die Musik und das Djing setzen, somit kam die Ausbildung, die Bundeswehr, das Abi und das Studium. In dieser Zeit versuchte ich trotzdem weiterhin in die Musikbranche zu kommen und landete während des Studiums 2005 für ein halbes Jahr bei Cocoon, anfangs Praktikant, später in verschiedenen Bereichen wie Bookings und Recordings tätig. Danach folgte mein Job bei Intergroove, wo ich mithelfen konnte den Digitalvertrieb aufzubauen, dennoch habe ich immer zeitgleich auch für Cocoon gearbeitet, so ist das auch heute noch.
Du bist bei der Popakademie in Mannheim Projektmanager, arbeitest aber auch noch für die Cocoon Musik Event GmbH. Das klingt interessant, beschreibe uns doch mal diese beiden Aufgabenfelder, wie bringst Du das alles mit dem Auflegen unter einen Hut?
Daniel Schlender: Richtig, ich arbeite an der Popakademie für das SmixLab, das digitale Kompetenzzentrum der Akademie, wir beschäftigen uns ausschliesslich mit der digitalen Musikwirtschaft, geben Vorlesungen und sind für den Studienschwerpunkt Digital Innovation Management verantwortlich, zudem führen wir einmal im Jahr das Future Music Camp mit vielen teulnehmern aus der musikbranche an der Popakademie durch. Vielleicht etwas einfacher gesagt, wir versuchen den Studenten neue Wege des Musikbusiness im WEb 2.0 aufzuzeigen. Durch das Internet haben sich ja Wertschöpfungsketten und generelle Abläufe verschoben oder gar ganz verändert, sich Arbeitsplätze verlagert, alte Geschäftsmodelle durch neue ersetzt etc :) Bei Cocoon arbeite ich für Recordings und Publishing, unserem neu gegründeten Verlag Cocoon Publishing. Weiterhin helfe ich auch bei unserer wunderschönen neuen Homepage mit. Das Auflegen läuft immer noch nebenher, es wird zwar immer mehr und manchmal ist wirklich kaum Freizeit, aber dennoch macht mich das Ganze nicht fertig, sondern glücklich, da ich das arbeiten und machen kann, was ich immer wollte.
Für den Wormser Kultclub „Four Knox“ bist Du für die Bookings zuständig und beschallst einmal im Monat auch selbst den Club. Wie kam es zu Deinem Engagement? Welche Events stehen in naher Zukunft im „Knox“ an?
Daniel Schlender: Ja, das Amt des Bookers wurde mir vor 3 Jahren angeboten. Die vorigen Booker haben ihr Amt niedergelegt um sich neuen Aufgaben zu stellen. Da das Four Knox ein kleiner Laden ist, kann man sich vorstellen, das es schwierig ist “grosse” Künstler zu holen, zum einen wegen des Budgets und zum anderen wegen der Kapazität des Clubs. Ich versuche eine Mischung aus bekannten Künstlern, aber auch aus Newcomer- Künstlern zu kreiieren. So haben wir in nächster Zeit Alex Flatner, Steffen Baumann, Patrick Kunkel, Ingo Boss etc zu Gast, aber auch die Jungs von Welt in Farbe, bei denen ich übrigens auch mitwirke, Sebastian Kreikemeier und Björn Hummerich, sowie andere gute junge DJ´s wie Julian Melzer, Max Noss, Tim Etzel, Andy, Besler usw. Die Harmonie mit dem Chef, Dennis Knapp, und dem Rest der Crew ist sehr familiär und daher macht es sehr viel Laune.Das Knox hat einen tollen Wandel mitgemacht und wird auch wieder gerne und gut besucht, ich hoffe du kannst das so bestätigen. :) Es ist ja das Einzigste was wir in Worms haben, auch wenn ich kein Wormser bin, bin ich froh, dass so viele Leute hier engangiert sind. Das macht einfach Spass.
Du treibst derzeit erfolgreich Dein eigenes Label „Result Recordings“ nach vorne. Auf Deinem damaligen Label „Metatron“ haben ja immerhin Künstler wie Extrawelt, Johannes Heil oder Gregor Tresher released. Was können von Deinem neuen Label also erwarten? Stehst Du unter Erfolgsdruck?
Daniel Schlender: Unter Erfolgsdruck? Lach. Nein, für mich ist das alles eine Riesengaudi und eine grosse Leidenschaft und ich bin dankbar, dass ich das alles so umsetzen kann. Ich möchte etwas bewegen, dazu beitragen mehr spass in die Gesellschaft zu bringen, neuen Künstlern eine Plattform zu bieten und den Konsumenten und DJ´s gute Musik zu liefern. Die leute sollen was geboten bekommen, sich aus dem Alltag klinken können und einfach eine gute Zeit haben, das ist es um was es geht und was die Aufgaben eines DJ’s betrifft. Und DJ’ s müssen schliesslich bedient werden mit guter Musik, was wiederum die ganzen Produzenten in ihren Studios werkeln, um auf verschiedenen Labels zu veröffentlichen. Ich bin lediglich Teil des Kreislaufs. Result ist vom Sound recht breit gefächert, da ich kein Freund davon bin, mich auf einen bestimmten Style zu konzentrieren. Dennoch gibt es natürlich eine Philosophie des Labels, die aber mehr nach Gefühl orientiert ist. Es muss eben passen. Das erste Release kam von Alex Flatner und Hermanez, die beiden Freunde haben mir zusammen einen schönen Track namens Blossom gebaut, dafür habe ich Remixe von Christian Burkhardt und Leon bekommen und das erste resultat – result 001 war fertig :) Die zweite kommt Anfang Dezember und wird von Olene Kadar sein, dazu gibt es einen würzigen Markus Fix Remix mit viel Pfeffer. Es hat toll angefangen, das Feedback war enorm und ich freue mich auf viele weitere schöne Releases. Ich habe ja auch mit Alex Flatner ein Studio im Musikpark Mannheim bezogen, was uns der gute Steffen (Baumann) ermöglicht hat und da sind wir schon fleissig an meinem release am bauen. Bisher hatte ich ja nur remixe gemacht.
Deine Styles beim Auflegen sind sehr unterschiedlich und breitgefächert, was Dich zu einem vielseitigen DJ macht. Wie würdest Du selbst Deinen Sound umschreiben?
Daniel Schlender: Ja wie du schon richtig erkannt hast, spiele ich nicht die ganze Nacht einen speziellen sound, ich versuche mich auf die Leute einzugrooven und sie zu “erobern”, so das sie sich auf die Musik komplett einlassen, wenn du das schaffst, kannst du quasi alles spielen. Das funktioniert oft ganz unterschiedlich, mal etwas härter, mal softer, mal schneller, mal langsamer, mal housiger, mal technoider, demnach kommts wie es kommt und sind viele genres (vinyl) in meinem köfferchen. Natürlich gibts eine linie und ich komm nicht von kuchebacke auf arschbacke ;)) so sagt man das bei uns, lach
Was ist Dein persönlicher Lieblings-Track 2011, wer Dein Lieblings-DJ und was Dein absolutes Hightlight-Sommer-Festival?
Daniel Schlender: Im Sommer habe ich auf Lanzarote gespielt, mitten in der Vulkanwüste in einem ca 20 Meter tiefen Loch, ich dachte erst die wollen mich verschachern ,aber vom Ambiente und der spanischen Crowd war das echt ein krasses Event. Meine besten Freunde waren auch noch dabei, insofern war das alles sehr speziell. Ansonsten natürlich Green and Blue, auch wenns geschüttet hat wie aus Kübeln, Cocoon Ibiza und Italien, wo wir mit der kompletten Cocoon Crowd, einschliesslich Sven, der uns einlud, ein paar tage Urlaub in der toscana machten und er ein 10 Stunden Set im tini club livorno abgezogen hat. Da hat man wieder gemerkt, wer der Chef im Ring war :) somit hat sich auch die antwort auf den lieblings dj denke ich erübrigt oder :) er war es schon immer, und das muss ich jetzt nicht sagen weil es auch mein boss ist ;) natürlich gibt es jede Menge Artists, die mir Spass machen, gerade auch die Mannheimer wie niko, der oslo clan oder auch robert dietz, christian burkhardt und wie sie alle heissen, das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Alle haben schon viel geleistet und top dj’s. Deshalb kann ich auch keinen einzelnen Track nennen. Es gab in diesem jahr sehr viele geile scheiben
Du wirst in 14 Tagen auf der Moon 1 Vol. 2 in der Lokhalle in Mainz auflegen. Neben Dir werden auch noch Künstler wie Butch, Toni Rios oder Peter Kruder auflegen. Was erwartest Du von diesem Indoorevent? Und was für ein Set können wir von Dir erwarten?
Daniel Schlender: Da ich ja eher DJ als Produzent bin, bin ich auch noch nicht so hochrangig :) Deshalb freue ich mich sehr mit den Jungs am Start zu sein. Tolle Künstler und tolle Halle, ich denke das wird ein insgesamt tolles Event werden. Und Ich werde spielen, wie man auf einem Grossevent eben spielt :)
Auf welchen weiteren Events können wir Dich in den nächsten Monaten hören?
Daniel Schlender: Nun da steht einiges in der Umgebung an, am Wochenende spiele ich auf der Wachenburg in Weinheim mit egbert, fix, feos uvm und am Montag mit Welt in Farbe im Four Knox, die Woche drauf ist dann die Moon und dann kommt schon Hafenstrand, danach München, Frankfurt U60 und Mainz, ich hab nicht alles im kopf
Das klingt nach einem straffen Zeitplan. Stichwort „Social Media“. Wo können Dich Interessierte User auf den verschiedenen Plattformen wie Facebook finden?
www.facebook.com/DanielSchlenderOfficialDJPage
www.soundcloud.com/danielschlender
www.result-recordings.com
Nun sind wir auch schon wieder am Schluss angelangt. Vielen Lieben Dank Daniel für das sympathische Interview und bis bald, dann wird zusammen einer gehoben! :-)
Daniel Schlender: Vielen Dank Chris und Prost!




















