Interview mit VJ Tenner
gepostet von chris am 30. August 2011
Hallo Daniel, nun klappt es auch endlich mal wieder mit einem Interview! Du weißt ja wie das ist: „Was lange währt, wird endlich gut“. Von daher lass uns doch direkt mit Frage Nummer 1 einsteigen: Wie geht es Dir?
VJ Tenner: Hi Chris, erstmal danke für die Anfrage… :) Mir geht`s super, grade bin ich von der Nature One zurück gekommen bei der ich für Das Ding Radio in deren Plattenleger Zelt visuals gemacht habe und was soll ich sagen, es ging lang, war nass und wie immer ziemlich heftig.
Du arbeitest nun schon über 10 Jahren als VJ im Bereich Lichtgestaltung. Wie bist Du damals auf dieses Job gekommen?
VJ Tenner: Nun, angefangen hat eigentlich alles mit einem Lichtpult in einem Club in Mannheim. Daraus entwickelte sich dann irgendwann so eine Passion und Faszination die Stimmung in Verbindung mit der Musik verändern zu können bzw. steuern zu können. Irgendwann war mir das Licht machen aber zu wenig und ich wollte mehr. Ich arbeitete damals in einem Club in Ludwigshafen und sah dort zum ersten mal Live Visuals und das war dann der Moment in dem ich mich entschied das machen zu wollen. Ein paar Wochen später hatte ich die Software und da ich ja Resident bei einer Partyreihe in Mannheim war konnte ich mich dort nach belieben ausprobieren. Und nun ja, man kann mittlerweile sagen das ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe.
Für alle die mit dem Begriff „Visual Artist“ nichts anfangen können, beschreibe es doch mal in Deinen eigenen Worten. Ist es Deine persönliche „Berufung“ ?
VJ Tenner: Lass mich den begriff “Visual Artist” so erklären: Mit den Jahren änderten sich die Ansprüche von Clubs und Diskotheken und Festivals nach immer mehr Reizüberflutung und so entwickelte sich eine Avantgarde, die sich dazu berufen fühlte,Veranstaltungen auch visuell zu untermalen und hierzu gehöre auch ich. Ob es meine Persönliche Berufung ist? Ja, definitiv. Ich habe lange gebraucht um mir einzugestehen das ich kein 9 to 5 Arbeiter bin oder ähnliches. Ich sehe mich mittlerweile als Künstler und ich weis das ich das mein ganzes leben lang machen möchte, also nicht in Clubs oder auf Festivals rumhängen aber in diesem Bereich tätig sein möchte.
Du hattest Deine Anfänge in der Metropolregion Rhein-Neckar, warst dann lange Zeit in München und nun bist Du wieder in Deiner alten Heimat Mannheim zu Hause. Wie war die Zeit in München und wo warst Du überall „VJ Resident“ ?
VJ Tenner: Das ist richtig. Ich bin dort wegen eines Jobs hingezogen und der hat mich viel in der Münchner Clubkultur herumgebracht. Ich muss ganz ehrlich gestehen das das Münchner Nachtleben meiner Meinung nach eines der besten in Deutschland ist. Du hast eine rießen Auswahl in jede Musikrichtung.
Gespielt habe ich in vielen Clubs der Stadt, u.a. dem P1 oder 8 Seasons. Mein “Resident Club” ist aber immer noch der Neuraum Club in München.
Wie würdest Du selbst Deinen Stil beschreiben bzw. hast Du ein Markenzeichen?
VJ Tenner: Hmm, ich würde sagen das mein Markenzeichen überwiegend der Real-Content ist mit dem ich arbeite. Die meisten Visuals entstehen bei mir aus realem Bildmaterial, das dann zu künstlerisch gestalteten Videoanimationen umgebaut wird. Natürlich nutze ich auch die Möglichkeiten, die Motion Design, 3D und Licht Design bieten. Ich setze sie passend zur Musik ein und versuche es dabei zu schaffen parallel zum Gehörten Geschichten zu erzählen und einen Spannungsbogen aufzubauen. Die Bilder wirken dabei als zusätzlich unterstützendes Instrument um die auditiven Eindrücke auch visuell wahrzunehmen. Und ganz wichtig! Es ist alles selbst Produziert und gebaut. Nichts ist gekauft oder Ähnliches.
Von was oder wem lässt Du Dich bei Deiner Arbeit am meisten inspirieren?
VJ Tenner: Ui, gute Frage… Da gibt es vieles. Menschen, Musik, Umwelt, Gefühlen… Es gibt Tage da sitzt du nächtelang im Studio und Produzierst wie ein blöder und dann gibt es wieder tage an denen du komplett unkreativ bist… So ist das halt bei uns Kreativen.
Bei den DJs ist der Markt ja ziemlich groß, fast täglich rücken angebliche DJs hinterher. Wie ist es denn um den Nachwuchs bei den VJs bestellt?
VJ Tenner: Bei den VJs in Deutschland ist es zum Glück noch nicht so schlimm, da gibt es zwar auch genug Leute die sich VJ schimpfen und dann den iTunes-Player laufen lassen aber das nimmt noch nicht so sehr überhand. Wie gesagt, so viele von uns gibt es noch nicht aber auch diese Sparte wächst und wächst. In Holland ist es mittlerweile so das es mehr VJs als DJs gibt. Die haben echt Probleme.
Du hast bereits mit Szenegrößen wie Paul & Fritz Kalkbrenner, Boys Noize, Steve Aoki, Laserkraft 3D, Moonbootica, Gus Gus, Tocadisco, Bullmeister, Tom Novy, Mousse T. usw. zusammen gearbeitet. Schildere uns doch mal ein paar Eindrücke, von irgendwelchen „krassen“ Nächten.
VJ Tenner: Hahaha, was soll ich dir da erzählen?! Es ist ja immer so das du den einen Künstler kennst, den anderen wieder nicht und je nachdem wie der Künstler drauf ist hast du jede Menge spaß oder du bist fertig und gehst dann ins Hotel. Es gab da schon die eine oder andere wilde und heftige Nacht aber das fällt sozusagen unter die Künstler Schweigepflicht… ;)
Schade, ich hab gehofft Du erzählst uns jetzt die ein- oder andere versaute Geschichte ;-) 2011 hast Du Deine eigene Firma „Dosch ART“ gegründet. Was machst Du mit Deiner Firma alles – was bietest du an?
VJ Tenner: Ja das ist richtig, Anfang 2011 habe ich meine eigene Firma gegründet da das der einzig logische Schritt war den ich hätte machen können. Es gibt einiges was ich zu bieten habe. Zum Beispiel die Erstellung visueller Konzepte für DJs, Live Acts oder Show Acts. Ich mache auch Video Mappings ,das heißt ich visualisiere Hausfassaden für Werbeveranstaltungen beispielsweise. Ich arbeite da mit einigen sehr guten und fähigen Künstlern und Kreativen Köpfen zusammen in ganz Europa und ich bereue bis jetzt keine Sekunde das ich diesen Schritt gegangen bin. Außerdem Photographiere ich auch noch und habe noch ein Kunstprojekt mit zwei Leuten ins Leben gerufen das sich Luminosité nennt. Dabei handelt es sich um UV Tänzer aber darüber werdet Ihr bald mehr erfahren… ;) Am besten schaut Ihr auf meiner Homepage vorbei unter: www.dosch-art.com
Wie sieht deine Planung für den Rest des Jahres aus?
VJ Tenner: Es wird ein heißer Herbst und ein heißer Winter, soviel kann ich schon mal verraten. Ich arbeite momentan mit Kris Menace an seiner Live World Tour die wohl im Januar starten wird. Außerdem kommen da noch ein paar Kunstprojekte hinzu, Filmisch sowie Visuell. Und eben unterwegs sein, die Nächte um die Ohren schlagen und spaß an dem haben was man macht.
Wo können sich Interessiere über Deine Arbeit informieren? Stichwort “Soziale Netzwerke”.
VJ Tenner: Schaut einfach bei Facebook rein, da findet Ihr mich als Künstler unter VJ Tenner und meine Firma unter DoschART. Ansonsten schaut auf meiner Homepage: www.dosch-art.com vorbei. Da erfahrt Ihr immer was bei mir los ist und wo ich grade unterwegs bin.
Daniel, wir sind auch schon wieder am Schluss angelangt. Vielen Dank für das nette und sympathische Interview und hoffentlich bis bald damit wir mal wieder zusammen einen kippen können.
VJ Tenner: Chris, ich bedanke mich und jaa, wir werden bald wieder einen kippen… ;)



















