Derzeit läuft unsere Radioshow auf we-louve-house.fm - hört rein

Kategorie: KolumnenSzeneYana Heinstein

Ein produktives ZWANZIG ELF


gepostet von chris am 20. Februar 2011

Die Anfrage kam etwas überraschend. „Yana hast du Lust eine Kolumne zu schreiben? “Eigentlich bin ich ja keine Wordanwenderin und meine Liebe liegt doch eher bei anderen Dingen als Wörter und Sätze in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Aber letzt endlich habe ich ja Abitur und bin eigentlich ja ein doch recht mitteilungsfreudiger Mensch. Rechtschreibung und Zeichensetzung sind zwar nicht meine Stärken aber das mir doch eher Unheimliche Word hat ja eine Rechschreibkorrektur. Zu meiner Person, ich bin Musikerin aus voller Überzeugung auch wenn ich es noch immer nicht schaffe ausschließlich davon zu leben. Bin ich der Meinung das es das ist was ich am besten kann.

Deshalb wird das wohl das Hauptthema meiner Kolumne sein. „Music was my first love and it will be my last “, um die Worte von John Miles zu benutzen, ist genau das was ich empfinde. Egal ob ich im Studio bin, neue Musik durchhöre, einfach nur Radio höre oder Auflege. Musik egal ob akustisch oder elektronisch, altes, neues. Manchmal habe ich das Gefühl ich höre nicht mit den Ohren sondern mit dem Herz. Hört sich vielleicht etwas schmalzig an aber anders kann ich es nicht ausdrücken. Am Ende des letzen Sommers wurde ich vom Meier Magazin gefragt was für mich der Sommer Hit des Jahres war und natürlich wie es sich für ein cooles trendiges Magazin gehört mit der Einschränkung, kein Kommerz, kein Shakira!!! Ich hasse dieses Schubladendenken . Manchmal höre ich im Auto Radio und plötzlich fühle ich mich glücklich, könnte die ganze Welt umarmen, singe laut mit. Da ist das Auto der beste Ort den ich bin nie Text sicher, und meist kenne ich nur den Refrain und den nicht gut. Würde ich mich von diesem Schubladendenken einengen lassen müsste ich mich für diese Gefühls Ausbrüche ja eigentlich schämen besonders da ich mich ja dem Underground und der elektronischen Musik verschrieben habe. Aber genau das meine ich mit dem Herz hören, Musik jeder Art hat Frequenzen, Harmonien, transportiert Gefühle. Man spricht nicht umsonst von der Musik als die „Universal Language “. Um auf die Anfrage vom Meier zurück zukommen. Ausgerechnet Shakira durfte nicht dabei sein. Aber gerade ihr Sommer Hit war für mich eigentlich mein Sommer Lied. Als ich es zum ersten mal hörte war für die 3.30 min alles OKAY, die Leichtigkeit des Seins. Und es war das Lied das mich an meinen Frankreich Urlaub erinnert, Sonne, Strand, Surfen und Meer. Und vor allem sprang mein Musiker Hirn an. Das sind dann Dinge wie: „Was ist den das für eine abgefahren Melodie “, „was ist das wohl für ein Instrument das solche Töne produziert“, „Wie kann ich das vielleicht in einer meiner nächsten Produktionen verwursteln“,  „Gibt es gar eine Stelle zum sampeln“, „Wie haben die diesen fetten Sound nur hin bekommen“.

Bei all diesen Gedanken, Gefühlen ist kein Platz für diese unnötige Einteilung in Cool und Kommerz. Um es auf den Punkt zubringen ich lebe frei nach dem Motto, hab ich mir vom Jazz geborgt „Everything goes“. Es gibt besonders in der ach so Coolen E-Music Szene so viel Vermeidungs-Musiker. Arme Wichte die immer etwas Hinterherlaufen. Mal sind es Vocal Samples die uncool sind. Dann ist es wieder die Hihat die zu sehr nach Frankfurt klingt, die Percussions die zu Tribal lastig sind und so weiter und sofort. Anstelle Musik zu machen sich dem Flow hin zugeben. Um es wie Boris Brejcha Worten zusagen einfach mal „laffe losse“. Nur wer sich über Grenzen hinweg setzt, nicht wertet, sich auf sein Herz, seine Gefühle und nicht auf den verstand oder auf gängige Regeln verlässt wird etwas neues schaffen.

In diesem Sinne ein frohes neues und vor allem ein spannendes, produktives ZWANZIG ELF mit vielen Dingen die anders kommen als man erwartet hat, gell Kai?

luv Yana