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Kategorie: InterviewsSzene

I Love Sunday im Interview!


gepostet von fabian am 12. Februar 2011

Hallo Julian, Hi Chris! Danke, das ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Steigen wir doch gleich mit der ersten Frage ein: Wie würdet ihr 2010 aus eurer Sicht zusammenfassen?

Chris: 2010 war auf jeden Fall ein sehr erfolgreiches Jahr – I Love Sunday wurde ja in diesem Jahr erst ins Leben gerufen. Es ist wirklich erstaunlich was wir in einer solch kurzen Zeit alles erreichen konnten. Ich denke wir haben es geschafft eine komplett neue Party-Reihe in Worms zu starten und zu etablieren. Und ich denke wir haben zudem die Wormser Feier-Kultur zusammen mit den anderen Wormser DJs ein Stück nach vorne gebracht. Die Szene war ja vorher auch nicht so berauschend …

Julian: … bis tot…

Chris: bis tot! Es gab ja eigentlich nur das Four Knox. Aber jetzt, durch die Open-Airs denke ich hat sich Worms wieder ein Stück zu der Szene in Mannheim, Frankfurt und so weiter hin bewegt. Mannheimer und Frankfurter wissen mittlerweile auch das in Worms Techno-Musik geht.

Wird es 2011 auch wieder die klassischen I Love Sunday Events geben?

Julian: Aus der Partyreihe I Love Sunday hat sich mittlerweile unser „Name“ entwickelt und die klassische Partyreihe wie es sie mal gab, also wie die Partys in der Villa Zuversicht oder wie die Erste in der Krone, wird es nicht mehr geben. I Love Sunday umschreibt mittlerweile uns als DJ-Team. Wir werden natürlich schauen, das wir auch weiterhin hier in Worms Partys machen, aber so ganz in diesem Rahmen nicht mehr. Vielleicht mal als Revival am Geburtstag von I Love Sunday oder so.

Aber das wir jetzt noch mal explizit eine Reihe starten, mit einem Event pro Monat da und dort, mittags, wird es nicht mehr geben. Die Dinge haben sich einfach in eine andere Richtung entwickelt.

Was würdet ihr sagen macht euren Stil aus?

Julian: Öhm Schminke, Glitzer… *lacht* Nein, eigentlich steht bei mir an erste Stelle immer meine Laune oder meine Emotionen in Musik zu packen und diese dann rüber zu bringen. Das ist meistens gute Laune, da ich einfach Spaß am Auflegen habe. Ich bewege mich in diesem Tech House Bereich und immer mehr auch im Minimal. Dazu bin ich irgendwie immer auf der Suche nach dem Besonderen.

Chris: Ich stehe auch auf den Tech House Sound und eher auf groovigere Beats. Ich stehe auf die Mannheimer Sachen wie Oslo, 8Bit, Cecille und so weiter. Aber eben auch auf treibende Sounds – und durchaus auch älter Platten aus dem Chicago House. Das Besondere an uns beiden ist, dass diese beiden Stile ineinandergreifen und verschmelzen. Am Anfang war das vielleicht ein bisschen schwierig, da haben wir noch nicht so gut miteinander harmoniert, aber mittlerweile kriegen wir es eben hin, die beiden Stile zu vermischen. Ein Set das Julian spielt kann man klar von einem Set unterscheiden das ich spiele und beides zusammen ist vielseitiger, als wenn wir nur alleine auflegen.

Julian: Und wir sind in der Zeit in der wir ganz ganz viel zusammen gemacht haben – privat und am Mischpult – zu einer Art Einheit geworden. Wir stehen uns jetzt schon blind, nur über die Ohren.

Wo bekommt ihr eigentlich eure Musik her?

Chris: Also ich spiel Momentan ausschließlich mit Platten und der Großteil wird im Internet bestellt. Jeden Tag gibt es ja zehn neue Releases oder so und da muss man sich dann eben hinsetzten und sich durchhören. Ein oder zwei mal im Monat wird dann eben bestellt. Dazu fahren wir ab und zu nach Frankfurt in den Plattenladen.

Julian: Ich kaufe im Internet, mp3‘s, denn ich lege im Moment mit Traktor auf. Es ist ganz selten, dass ich mal eine Platte bestelle.

Was sind eure Ziele für 2011?

Chris: Wir wollen auf jeden Fall weiter Musik machen.

Julian: Nein, echt?

Fünf Euro ins Phrasenschwein!

Chris: *lacht* Naja, wir wollen auf jeden Fall weiterhin so gut zusammenarbeiten und dann im Laufe des Jahres unsere erst EP rausbringen, um damit die kleine Stufe höher zu kommen. Denn wir haben schon viel erreicht, wir spielen in Clubs wie dem U60 auf dem Mainfloor, wir spielen im Monza in Frankfurt, im Ritter Butzke in Berlin und im Arena Club Berlin. Dort spielen außer uns nur riesengroße Namen und jetzt ist der Schritt, in eine nächste Liga aufzusteigen nicht mehr so groß. Und das wollen wir dieses Jahr in Angriff nehmen.

Julian, erklär uns doch mal bitte, wie die Auftritt in Malta zustande gekommen sind.

Julian: Das ist sooo kompliziert. Eines Tages bin ich gut gelaunt ins Robert Johnson gefahren und da hat Magda gespielt und es war Minus Night. Ich kam mit Magda, beziehungsweise ihrem Tontechniker, ins Gespräch und es waren sehr gute Gespräche. Irgendwann hat mir der Collins, der Tontechniker, eine Frau vorgestellt. Er meinte zu mir: hier, das ist eine gute Freundin eines Clubbesitzers aus Malta und die hat was zu sagen. Er wollte mir einfach ein bisschen unter die Arme greifen, indem er mir diese Person vorgestellt hat. Und dann hab ich mit ihr gequatsch und sie meinte zu mir, so bald sie wieder in Malta wäre, sage sie dem Clubbesitzer, Bengi, bescheid und wir würden mal bei ihr spielen. Ganz sicher. Und naja, ich hab sie dann bei facebook geadded und wie das dann so ist, man schreibt ein bisschen hier und da. Und spaßeshalber habe ich dann immer gefragt, wann ich denn endlich meine Badehosen einpacken könnte. Irgendwann hat sie dann zurückgeschrieben: so es ist jetzt soweit, der Bengi ist auch sehr begeistert von euch, ihr könnt nach Malta kommen und dort spielen. Und so ist das entstanden. Also durch einen total krassen Zufall auf der Robert Johnson Terrasse. Und jetzt wollen wir da auch wirklich in Zukunft miteinander zu arbeiten. Also wir versuchen, da etwas langfristiges aufzubauen.

Was wäre ein All-Time Ziel für euch. Wo wollt ihr einmal in eurem Leben auflegen?

Chris: Also es gibt jetzt nicht so ein Event wo ich mal unbedingt spielen will.

Julian: Es gibt da schon… *lacht*

Chris: Ja, es gibt halt so viele!

Julian: Ich würde gerne auf der Fusion spielen zu einer richtig geilen Zeit. Ich würde gerne auf dem Melt spielen. Melt und Fusion – also da wäre ich glücklich.

Chris: Also ich hab jetzt nicht so ein Club in dem ich mal spielen will, ich will einfach den Schritt schaffen, dass ich vom Auflegen leben kann und dann kann man in alles Clubs spielen.

Julian: Ja genau, das ist eigentlich unser Ziel. Das wir diesen Schritt machen, das kleine bisschen was uns noch fehlt erreichen um damit Geld zu verdienen. Um sagen zu können: mein Erziehergehalt von 1.500€ kann ich locker damit decken.

Wann wird das soweit sein?

Julian: Das ist genau so viel Glück wie alles andere was bisher passiert ist. Keine Ahnung.

Chris: Wir geben einfach unser Bestes und wenn es eben soweit ist, dann ist es gut.

Julian: Und wenn nicht, dann haben wir es probiert!

Chris: Das wichtigste ist jetzt, dass Julian seine Ausbildung fertig bekommt, ich mein Studium abschließe. Und dann können wir uns noch ein bisschen intensiver aufs Auflegen konzentrieren.

Ihr habt gesagt, dass Produzieren so für euch der nächste Schritt ist. Fasst doch mal bitte zusammen wie‘s derzeit bei euch läuft, wer macht was und so weiter.

Chris: Wir sitzen meisten bei mir im Keller und dann wird einfach mal drauf los gejammt. Baseline bauen, Melodie bauen. Dann kommt von jedem eine kleine Idee dazu. So geht‘s dann Schritt für Schritt weiter, bis es passt.

Gibt es irgend ein Label bei dem ihr super gerne unter Vertrag währt?

Chris: Natürlich die großen Labels, da will jeder hin. Aber wir müssen jetzt erstmal realistisch bleiben.

Würdet ihr sagen es war ein Vorteil für euch in Worms als DJs groß geworden zu sein, weil es hier einfach keine Konkurrenz gab und ihr es so einfach hatte erfolgreich zu sein?

Chris: Kann man so und so sehen. Es war shcon vor Vorteil, dass hier noch nicht Highlife war und im Sommer jedes Wochenende hier mächtig was los war. Das hat uns sicherlich schon mit zugespielt, dass unsere Eventreihe so gut funktioniert hat.

Julian: Auf der anderen Seite muss man aber um so mehr tuen um mit seinem Hintern hier raus zu kommen.

Chris: Und natürlich auch um die Leute hierher zu bekommen, in anderen Städten sind die halt schon da.

In Worms gibt es ja immer so ein Location-Problem, habt ihr das schon irgendwelche Lösungen für im Hinterkopf?

Chris: Also es wird auf jeden Fall bei Off-Locations bleiben. In Sachen Clubs ist hier ja nichts gegeben, außer dem Four-Knox. Dort werden sicherlich noch ein paar mal spielen, aber ansonsten müssen wir schauen das wir irgendwelche Off-Locations finden.

Julian: Das ist echt schwierig. Aber darauf haben wir uns auch nicht spezialisiert, hier Partys zu schmeißen. Weil das ist dann ein sich im Kreis drehen. Das machen wir schon auch, um zu zeigen das wir noch hier sind und auch gerne hier sind. Aber unser Ziel ist es schon diesen Schritt weiter zu gehen, weiter gute Bookings zu bekommen, an der Produktion weiter zu arbeiten.

Wird es in Zukunft eigentlich noch Julian Melzer und Chris Towa geben oder nur noch I Love Sunday?

Julian: Julian Melzer und Chris Towa ist I Love Sunday!

Chris: Es wird auf jeden Fall auch noch vorkommen, dass auch mal einer von uns alleine ein Set spielt. Uns gibt‘s nicht nur im Doppelpack. Wenn es sich ergibt spielen wir auch mal ein Set alleine.

So, das war‘s von meiner Seite! Vielen Dank für das Interview. Julian, du willst noch was loswerden, munkelt man.

Julian: Ich werde kein Vater!