Interview mit Nick Curly
gepostet von chris am 2. Juni 2010
Hallo Nick, schön das Du Dir die Zeit nimmst für das Interview. Du wirst ja als einer der wichtigsten Protagonisten des so genannten „Mannheim Sounds“ hervorgehoben, umso mehr freut es uns das Du uns heute Rede & Antwort stehst. Wollen wir doch ganz am Anfang Deiner Karriere beginnen, wie bist Du zum auflegen- und wie zur elektronischen Musik gekommen?
Nick Curly: Also meine ersten DJ Erfahrungen im Club habe ich damals in Forst im Vibration Club gemacht. War schon davor quasi jedes Wochenende als Gast vor Ort und irgendwann ist dann mal ein Mixtape von mir in die Hände des damaligen Geschäftsführers gekommen, das ihm wohl gefallen hat.
War Dein größter Wunsch schon immer DJ zu werden?
Nick Curly: Klar war es schon immer ein Wunsch das ganze mal Hauptberuflich machen zu können. Hat jetzt auch einige Jahre gedauert. Und manchmal kann ich es immer noch nicht ganz glauben.
Wie sieht bei Dir ein typischer DJ-Alltag aus? Und was ist das schöne an Deinem Beruf?
Nick Curly: Ja gut nen typischen DJ Altag gibt es wohl nicht. Klar am Wochenende irgendwann zum Flughafen und dann warten, hoffen dass es keine Verspätungen gibt und der Flug gut ist. Dann in nem Hotel einchecken, Abendessen gehen mit dem Promoter und irgendwann in der Nacht auflegen. Nächsten Tag mit wenig Schlaf wieder an den Flughafen und zum nächsten Gig fliegen. Sonntags dann nach Hause und unter der Woche Studioarbeit und was sonst noch so anfällt. Soll jetzt aber nicht nach einer beschwerde klingen, ist schon ein ganz cooles Leben.
Na das hört sich spannend an! Hast Du eigentlich eine fertige Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium?
Nick Curly: Ja ich habe eine Ausbildung bei Daimler Chrysler gemacht. Habe dort sogar einige Jahre gearbeitet, bis das mit dem Auflegen so richtig gefunkt hatte.
Wie beschreibst Du Deinen eigenen Sound?
Nick Curly: Also meinen Sound würde ich groovig, Housig und am liebsten abwechslungsreich beschreiben.
Du bist mittlerweile viel herum gekommen, hast viele Clubs kommen und gehen gesehen. Hast Du einen Lieblings Club? Hier in der Region, in ganz Deutschland und auf der ganzen Welt?
Nick Curly: Ja also hier in der Region ist es ja nicht ganz so schwer. Haben ja nicht all zu viel Auswahl und daher ist auch auf alle Fälle das Loft mein Resident und Lieblingsclub. Für das Ausland fällt es mit schwer nur einen Namen zu nennen, da ich schon in einigen super Clubs in den letzten Jahren auflegen durfte. Sicher sind Läden wie Fabric in London, Panoramabar, oder auch das D Edge in Sao Paulo mit die besten wo ich bis jetzt gespielt habe.
Auf welchem elektronischen Musikfestival würdest Du denn gerne einmal auflegen?
Nick Curly: Also was mir da einfällt ist das Detroit Music Festival. Das würde mich echt noch interessieren.
Wenn ich manch einen Deiner DJ-Kollege nach gewissen Ritualen vor deren Auftritten frage, kommen die unterschiedlichsten Antworten, manche sortieren nochmals ihre Platten, manche gehen gemütlich essen, andere wiederum haben überhaupt kein Ritual. Wie sieht das denn bei Dir aus, Nick?
Nick Curly: Ein Ritual habe ich eigentlich auch nicht. Essen klaro, geht immer vor dem Gig : ) , aber das machern die Gäste sicher auch.
Du bist Labelchef von „Cecille“ und „8 Bit“, welche beide zu den führenden Labels, nicht nur hier in der Region gehören. Beschreib doch einmal Deine Aufgaben bei den beiden Labels?
Nick Curly: Ja ich bin echt froh das beide meiner Labels, sowohl 8 Bit als auch Cecille recht gut da stehen im Moment. Ich möchte eigentlich gleich vorab sagen, dass ich die Labels 8Bit mit meinem Kollegen DJ Gorge und Cecille mit meinem Kollegen Marc Scholl betreibe. Im Grunde teilen wir uns die anfallenden Aufgaben auf. Über die neuen Release entscheiden wir meist gemeinsam. Seit letztem Jahr haben wir auch nen Azubi der uns etwas unter die Arme greift.
In den letzten 10 Jahren hat sich einiges in der elektronischen Musikszene verändert, gerade auch hier in der Region, wie siehst Du die Entwicklung, besonderst die von- und aus Mannheim? Manche Szeneinsider berichten ja schon von dem neuen Berlin, in Sachen elektronischer Musik. Hast Du ein Auge, gerade auf die Newcomer-DJs, hier aus der Region? Oder ist Dir das relativ egal was die „jungen wilden“ so treiben? Hast Du beispielsweise schon vom neuen Projekt „Laserkraft 3D“ gehört?
Nick Curly: Mmh also mit Berlin würde ich uns sicher nicht vergleichen, das sind wir noch ganz weit weg. Aber ich bin natürlich froh dass gerade in den letzten Jahren Mannheim etwas für Aufsehen gesorgt hat in der Elektronischen Musikbranche. Denke nicht ganz unbeteiligt waren die Labels wie Cecille, Oslo, 8Bit oder natürlich auch das Time Warp Festival, das ein großes Aushängeschild für die Stadt geworden ist. Klar gibt es hier in Mannheim viele neue und auch “ältere” DJ’s die so manch einem bekannteren in nichts nachstehen. Möchte jetzt keine einzelnen Namen nennen, da mir auf Anhieb min 3 Stück einfallen. Von “Laserkraft 3D” habe ich bis jetzt nocht nichts gehört.
Warst Du zufrieden mit dem vergangenen Jahr? Und was können wir im neuen Jahrzehnt alles von Dir und Deinen beiden Labels erwarten?
Nick Curly: Ja mit dem letzten Jahr war ich ser zufrieden. Viele tolle neue Erfahrungen. Ich hoffe das es noch einige Zeit so weitergeht. Im Sommer werde ich ein paar Mal auf Ibiza zu hören sein, aber mehr möchte ich dazu jetzt noch nicht verraten. Ausserdem hab ich gerade mit meinem Album angefangen, das ende des Jahres rauskommen soll. Auf 8Bit kommt als nächstes ein Release von dem Engländer “Hector” und danach das Album von Gorge. Auf Cecille releasen wir nächsten Monat unsere 2 Jahre Cecille Compilation CD und Vinyl, und ausserdem eine Platte mit nur Italienischen DJ und Produzenten.

















