Interview mit Sebastian Wojkowski
gepostet von chris am 24. Januar 2010
Unser erster Interviewpartner im neuen Jahrzehnt ist kein geringerer als „Mr. Wojkowski“. DJ, Produzent und Audio Ingenieur. Ob er noch nervös vor seinen Auftritten ist und wie sein Jahr 2010 aussehen wird. Könnt Ihr jetzt nachlesen, viel Spaß.
Lieber Sebastian, nun hat das auch mit unserem Interview geklappt, da geht das neue Jahrzehnt doch gleich richtig gut los. Du bist unser erster Interviewpartner für das neue Jahr. Wie bist Du denn ins Jahr 2010 gerutscht?
Sebastian Wojkowski: Grüß dich Christian, freut mich das wir es doch noch geschafft haben. Ja wie bin ich denn in das Jahr 2010 gerutscht, mit ca 3 Promille und vielen Vorsätzen die ich einhalten möchte, sonst hat das neue Jahr ohne Kater angefangen, wenn das mal nicht gut anfängt.
Du bist DJ, Produzent und Audio Ingenieur. Wie bist Du zur elektronischen Musik und wie zum auflegen gekommen?
Sebastian Wojkowski: Genau DJ bin ich seit mittlerweile 12 Jahren, wie kam ich denn dazu, spontane Entscheidung bei einem Discobesuch. Mit 16 auf Technomusik abgefeiert, damals gab es den Begriff “schranz” noch nicht : ). Angefangen hat es mit einem Gemini-Plattenspieler mit Riemenantrieb, Horror! Aber auf solchen Dingern lernt man auflegen ich sag es euch! 16 Jahre keine Kohle, da überlegt man sich 2 mal ob man die guten 1210 kauft, bald kam der 2te Gemini, ebenfalls Riemenangetrieben und dazu noch ein Battlemixer von Reloop, besser gehts nicht, mein erster Plattenladen war das Humpty Saarbrücken in dem ich dann Stammkunde wurde, und mein ganzes Lehrgeld gelassen habe. Nach unzähligen Humpty besuchen, kam ich auf die Idee meine Mixe, damals auf Tape, im Laden zu verkaufen, wusste nicht das Franzosen so fanatisch sein können, von anfangs gelieferten 5 Tapes war ich nach 2 Monaten bei 30, es verausgabte mich sehr die Tapes in Echtzeit aufzunehmen!. Die Jungs von Humpty Records hatten damals die Kultdisco “tronix” gehabt, nach meinem Geschmack die bestklingendste Anlage hinter Robert Johnson, und fragten mich dann irgendwann ob ich nicht mal da Vorprogramm machen möchte. Ich erst euphorisch zugesagt und nach langem überlegen doch in der Hauptzeit spielen wollte, wie jeder junge DJ, naja mir blieb nix anderes übrig, die Konkurrenz war groß, mit der Zeit fand ich Vorprogramm richtig klasse, ich konnte Platten spielen die als Fehlkauf gewertet wurden, eigentlich habe ich den Jungs von HumptyRecords zu verdanken, dass ich unglaublich gerne mein Set mit dem Vorprogramm beginne und nicht erst in der Hauptzeit spiele. Und nun sind schon ein paar Jahre her und aus Hobby wurde Beruf, wohl die beste Entscheidung meines Lebens!
Du bist seit 11 Jahren einer der wandelbarsten DJs und Produzenten, kein Stil ist Dir fremd, kein Beat zu sonderbar. Du hast einen einmaligen Riecher für die Musik von morgen. Was findest Du im Einzelnen beim auflegen oder beim produzieren so Bemerkenswert?
Sebastian Wojkowski: Naja ich muss ehrlich gestehen, der Mix macht einen guten DJ aus, die Menschen zu begeistern, auch mit Klassikern, mit Sachen mit denen sie nicht rechnen! Neues zu spielen ist einfach, alt und neu zu kombinieren eine Kunst. Ich war mir nie zu schade für irgendwas, auch nicht zu schade auf Events zu spielen, denn davon lebte ich und habe somit mein Studio finanziert, ich bin offen für alles, außer deutscher Schlager und diese Atzenmusik!
Du hast bereits angesprochen das Du während Deiner Ausbildung nebenbei im Plattenladen „Humpty-Records“ in Saarbrücken DJs von morgen beraten hat. Waren das die ersten Schritte ins Musikbusiness?
Sebastian Wojkowski: Wie ich oben schon gesagt habe, aus Tapeverkauf im Humpty wurde dann Residency im “tronix” und auch das Angebot samstags im Humpty zu arbeiten, das waren die ersten Schritte ins Business, da war die Plattenwelt noch in Ordnung : ), noch!
Du bist nach dem Umzug von Saarbrücken nach Heidelberg Resident im „Ziegler“ geworden. Beschreib doch einmal kurz diese Zeit?
Sebastian Wojkowski: Die Zeit im “Ziegler” war wirklich eine sehr lehrreiche zeit, ich hab angefangen Mixedmusik zu spielen, davor hatte ich nur Techno-, House Erfahrung, mir wurde der Job angeboten und ich habe ihn gerne genommen, es war eine tolle Zeit!
Wie würdest Du Deine Musikrichtungen beschreiben?
Sebastian Wojkowski: Naja man muss immer differenzieren für wen ich den Job mache, man darf nie vergessen wo meine Wurzeln sind, im elektronischen Bereich, da blühe ich bei Deephouse, Techhouse, Classics so richtig auf.
Eine besondere Fähigkeit macht Dich dabei einzigartig: Dein Einfühlungsvermögen für das, was die Leute hören wollen, ob auf Partys oder für Mitarbeiter auf einem Firmenevent, Du weißt was die Leute hören wollen. Egal welche Zielgruppe, welche Themenvorgabe: Du holst die Leute ab auf eine musikalische Reise. Was ist das Geheimnis dahinter? Harte Arbeit oder entweder man hat es, oder eben nicht?
Sebastian Wojkowski: Also ich sag mal es war für mich harte Arbeit mir so viele Musikrichtungen anzueignen, hätte auch schief gehen können, also musikalisches Verständnis ist da Pflicht und vor allem Mut mal Sachen zu testen ohne Angst zu haben, dann stehst du als DJ hinter einer Nummer, die Menschen vor dir dann auch, nicht alle aber die meisten!
Bist Du noch nervös vor Deinen Auftritten, bzw. hast Du ein Ritual vorm auflegen?
Sebastian Wojkowski: Immer! Nach 12 Jahren gibt es bei mir keine Routine und keine Playlist, neue Menschen neues Spiel, bin damit immer gut gefahren, außerdem ist es im Vordergrund mein Hobby und nicht nur ein Job.


















