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Kategorie: InterviewsSzene

Interview mit Greg Silver


gepostet von chris am 17. Januar 2010

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Lieber Greg, schön das Du dir die Zeit nimmst und uns Rede und Antwort stehst. Ich hoffe du bist bereit, für ein lockeres, knackiges Interview voller Intimität und Offenbarungen. ; )

Greg Silver: Schaun wir mal. : )

Fangen wir doch direkt an. Wie bist du denn zum Platten auflegen gekommen? Und wie bist Du zur electronischen Tanzmusik gelangt?

Greg Silver: Eigentlich durch einen Zufall… Ich habe 1989 einen Tanzkurs – ja, damals war das noch üblich – in der Tanzschule Lamadé in Mannheim gemacht und die hatten Sonntags immer extrem coole Discoparties. Irgendwann fiel da ein DJ aus und Christian Lamadé fragte damals in den Kursen rum, wer denn Bock hätte „Discjockey zu machen“, tja und ich Dödel hab mich gemeldet ; )

1990 bist Du Resident des Heidelbergers Clubs „Zigarillo“ geworden. Beschreib doch einmal kurz Deine ersten Erfahrungen im auflegen, gerade in deiner Anfangszeit?

Greg Silver: Das Zigarillo war damals bereits mein zweiter Club, die ersten „Club-Gehversuche“ hatte ich im Mannheimer Tiffany, welchem ich auch jahrelang treu blieb. Das Zigarillo war damals natürlich der Mega-Kick… zu der Zeit gab es wenig grosse Clubs im Rhein Neckar Raum und das Zigarillo war mit einer der bedeutendsten. Für mich war das natürlich extrem cool jeden Freitag und jeden Samstag über 2000 Leute zu bespielen und wer damals dabei war, weiss dass es eigentlich jedes Wochenende legendäre Parties waren ; ) Durch das Zigarillo wurden dann auch andere Clubs und Veranstalter auf mich aufmerksam und buchten mich.

Im Jahre 1999 wurdest Du Moderator der Sendung „DJ-Factory“ auf sunshine live. Wie kam es dazu? Wurdest Du gefragt oder für diesen Job vorgeschlagen?

Greg Silver: Ich wurde weder gefragt, noch vorgeschlagen. Unerhört, oder? ; ) Tatsächlich wars so, dass ich in der Zeitung eine Anzeige gelesen habe, dass ein neuer Jugendsender Moderatoren sucht. Darauf hin habe ich mich ganz ordentlich beworben, war beim casting und wurde prompt abgelehnt ; ) Irgendwie konnte ich dies aber nicht so recht mit meinem Ehrgeiz vereinbaren und hab solange weitergebohrt, bis sie mich endlich genommen haben… Die DJ-Factory war damals sozusagen meine „Bewährungsprobe“, die aber anscheinend ganz gut geklappt hat.

Wie beschreibst Du Deinen eigenen Sound? Was legst Du alles auf?

Greg Silver: Pauschal gesagt „House“, wobei ich nicht wirklich der Typ bin, der sich auf ein ganz enges Genre-Raster festlegen mag. Wichtig ist für mich, dass die Tracks, die ich spiele auf dem Floor funktionieren und einfach gut drücken und mich sowie Publikum nicht zum einschlafen bringen. Da reicht das Spektrum von echten Vocal-House Tracks über Deep bis hin zu minimalen Themen, eben unter den genannten Aspekten.

Du hast schon in Clubs wie das „Pacha“ auf Ibiza, der „Webster Hall“ in New York City oder dem Tresor in Berlin aufgelegt, hast auf Events wie der Nature One, Mayday oder der Time Warp gespielt. Welches war denn Dein emotionalstes Erlebnis Deiner langen, sehenswerten Karriere?

Greg Silver: Definitiv am emotionalsten war für mich in diesem Jahr die Nature One auf dem Open Air Floor. Wir haben dort als Nature One Inc. performt und wenn du vor so einer Kulisse spielst und tausende Menschen vor Dir Deine Hymne mitsingen ist das wirklich krass was da an Emotionen abgeht.

Gibt es einen Club, gerade hier in der Rhein-Neckar-Region, wo Du beruflich am liebsten auflegst? Bzw. wo Du auch einmal gerne auflegen möchtest?

Greg Silver: Einen der besten Feier-Clubs im Rhein-Neckar-Raum finde ich immer noch das Soho in Mannheim. Das schöne am Soho ist, dass garnicht viele Leute da sein müssen um eine Mega Stimmung zu bekommen. Leider war ich in der letzten Zeit nicht mehr allzu oft dort. Wo ich gerne mal auflegen möchte? Schwierige Frage… ich freu mich eigentlich immer wenn der „Ruf aus der Heimat“ erschallt und Clubs im Rhein-Neckar-Raum mich buchen, dann muss ich nicht so weit fahren und hab viele alte Bekannte um mich ; )

Manche Deiner DJ-Kollegen haben ein bestimmtes Ritual vor Ihren Auftritten, hast du denn eins?

Greg Silver: Ja, Essen! Ich kann nix weniger leiden, als hungrig in irgendeinem Club rumzustehen und dann im Frust dort dann irgendwelche matschige Burger oder Schwitzwürste essen zu müssen. Daher gehe ich meist vorm Auflegen gemütlich essen, dann gestärkt in den Club.

Früher warst Du unter dem Künstlernamen“ fmf greg“ bekannt, wie kam der Wechsel zu „Greg Silver“, gab es bestimmte Gründe für diesen Namenswechsel?

Greg Silver: Dies lag mit an der musikalischen Entwicklung. Ich habe auch als fmf greg elektronische Musik produziert und gespielt, irgendwann ist aber der Fokus von seichteren Tracks zum eher pumpenden elektronischen Sound gewechselt und damit auch der Name. fmf greg war eigentlich nur ein Zufallsprodukt, das in ner durchgeknallten Studiosession entstand und der Name ging mir schon vom ersten Moment an auf die Nerven, somit wars sowieso überfällig ; ) Abgesehen davon hatte ich es satt, immer gefragt zu werden was denn „fmf“ bedeutet hat. Aber dies wird auch weiterhin das Geheimnis von Frank Bizarre und mir bleiben, denkt was immer ihr wollt, es trifft nicht zu ; )

Zusammen mit Chico Chiquita bist Du für die Sendung „House Rotation“ auf sunshine live zuständig. Für alle Leserinnen- und Leser. Was erwartet die Hörer in Eurer Sendung?

Greg Silver: Die House Rotation gibt’s immer Samstags Abends zwischen 20:00 und 00:00 Uhr und das ist normalerweise die Zeit, in der sich die Leute fertigmachen für die Clubs, langsam losgehen oder eben auch zuhause feiern. Genau das wollen wir mit unserer Show unterstützen. Wir spielen House in allen Variationen, aktuelle Mashups und abundan auch mal nen coolen Classic um eben die Leute amtlich auf die Samstag nacht vorzubereiten. Dazu gibt’s Partytipps und eben ein wenig Dummgebabbel, man macht ja Radio ; )

Wir sind auch schon fast am Schluss angelangt. Greg, in welchem Club oder bei welchem Event können wir Dich als nächstes sehen?

Greg Silver: Eigentlich kann ich jedem die regelmässigen Gastauftritte von Chico und mir im S38 in Koblenz ans Herz legen. Geile Location und Feierwut pur….

Vielen Dank für das Interview. Wir von electrovagant.de wünschen Dir alles Gute für Deine Berufliche und private Zukunft.

Greg Silver: Dankeschön und dito ! : )